18. Februar 2009, Rhein-Neckar-Zeitung
Hier steht Freude beim Singen im Vordergrund
Die "young vocals" Eppelheim sind ein ganz bemerkenswerter Chor Auftritt unter Ralf Schnitzer in der Stadtkirche Schwetzingen.
Schwetzingen. Ein ganz besonderes Chorkonzert gaben die "young vocals" Eppelheim in der evangelischen Stadtkirche. Exquisit war das Programm, das auf überaus hohem Niveau absolviert wurde. Der Chor singt die schwierigsten Werke, an die sich sonst nur ein Profichor heranwagt die "young vocals" gehören zu den ganz bemerkenswerten Chören hierzulande. Dabei handelt es sich um einen Chor einer Schule, nämlich jener des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Eppelheim. Geleitet wird er von dem dortigen Musiklehrer Ralf Schnitzer und der hat ganz Außerordentliches geleistet in der Ausbildung dieses Chores.
Gründliche Stimmbildung und intensive Probenarbeit wird dort betrieben und daher hat die Schule längst den Status eines Musikgymnasiums. Die Schüler sollen keinen Stress haben beim Singen, sondern Freude, und aus diesem Grunde verzichtet Schnitzer auch auf die Teilnahme an Wettbewerben. Die Begeisterung beim Singen ist daher auch unüberhörbar. "Schön, dass die Kirche mal voll besetzt ist", freute sich Kantor Detlev Helmer in seiner Begrüßung.
Hauptwerk des Abends mit rein französischem Programm war die "Messe solenelle" in c-moll von Louis Vierne. Große Ausdruckskraft erhielt diese Musik von Anfang an, durch die machtvollen Anrufungen des "Kyrie eleison" zu flammender Klangpracht hochgesteigert. Das war ein Singen, bei dem jedes Wort in seiner Bedeutung beredt gemacht wurde. Zu erhebender Klangmacht wurden das "Gloria" und das "Sanctus" intensiviert, und der tiefe Frieden des "Agnus dei" tönte ganz berückend in den Pianissimo-Klängen dieses exzellenten Chores.
Den äußeren Rahmen bildeten zwei Motetten von Marcel Dupré aus op.9 für Singstimmen und zwei Orgeln. Die Orgeln spielte das Kantoren-Ehepaar der Peterskirche Weinheim, Anne-Christine und Simon Langenbach, in schönstem Dialog miteinander und mit dem Chor. Schön durchsichtig in allen Stimmen sangen die "young vocals", steigerten den Klang zu einer Wirkung, wie wenn die Himmelspforte weit geöffnet wäre. Zu himmlischer Strahlkraft und machtvollem Jubel wurde das "Laudate" intensiviert. Höchst eindrucksvoll umgesetzt fanden sich ebenso die beiden Motettengruppen von Francis Poulenc, die dem Programm den Namen gaben: "Noël" und "Pénitence", also Weihnachten und Buße. Das sind Werke, die höchste Ansprüche an einen Chor stellen. Die "young vocals" aber sangen diese Musik so sicher und selbstverständlich, als sei es ihr täglich Brot.
Einen wunderbaren sanften Wohlklang entwickelten die jungen Sänger in den vier Weihnachts-Motetten, mit weichen geschwungen Melodien von großer Lieblichkeit. Die Begeisterung über die Geburt des Herrn wurde sehr plastisch geschildert in diesem Singen, wurde volkstümlicher Tonfall und hohe Kunst aufs Schönste vereint. Nicht minder schwer zu singen sind Poulencs vier Buß-Motetten. Wunderbar sauber tönten die schwierigen Intervallsprünge, leuchteten die aparten Harmonien wie ein kostbarer Edelstein. Hochengagiert und überaus klangstark sangen die "young vocals" unter der animierenden Leitung Schnitzers sämtliche Werke des Abends: ein Hochgenuss für Freunde anspruchsvollen Chorgesangs.
Würde dieser Chor sich bei Wettbewerben beteiligen, so wären mit Sicherheit schon einige internationale Preise erreicht worden.
21. November 2008, Schwetzinger Zeitung
Zigeunerlieder packend intoniert
Sängerbund Germania: "young vocals" präsentieren erste professionelle CD-Produktion
Eppelheim. Lange ist sie erwartet worden, jetzt ist sie da: die neueste CD des Eppelheimer Kammerchores "young vocals".
Zahlreiche Konzertmitschnitte gibt es schon von diesem jungen, engagierten Chor, der dem Sängerbund Germania angegliedert ist und in den Gesangsklassen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums seine Geburtsstunde hatte. Nun ist die erste unter Studiobedingungen entstandene CD-Produktion auf dem Markt. "Zigeunerlieder" heißt sie, ebenso wie das fulminante Konzertprogramm der "young vocals", das Ende des letzten Jahres in Eppelheim seine Premiere feierte.
Und so fulminant wie in ihren Konzerten klingt der junge Chor auf auch auf dieser CD. Vom hauchzarten Pianissimo bis zum grandiosen Forte-Klang, von melancholischer Lyrik bis zum leidenschaftlichsten Ausbruch, von grundtönig satter Klangfarbe bis zur ätherisch schwebenden Höhe: Jede der 26 Nummern schlagen den Hörer in den Bann und machen lebendig, was schon die musikalische Romantik faszinierte, das Fremde, Geheimnisvolle, Zauberhafte der Zigeunerkultur.
Keine geringeren Komponisten als Robert Schumann, Antoní Dvorák, Johannes Brahms und Béla Bartoók haben sich mit ihrer Chormusik der Zigeunerkultur zugewandt. Ihre Berühmtesten Werke sind auf dieser CD wahrhaft packend dargestellt: "Vier slowakische Volkslieder", "Sechs Klänge aus Mähren" und mehr als ein Dutzend Zigeunerlieder.
Begleitet wird der Chor am Klavier von Tatjana Worm-Sawosskaja. In nur wenigen Jahren hat Studiendirektor Dr. Ralf Schnitzer vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium als künstlerischer Leiter des Chores seine "young vocals" zu einem Klangkörper geformt, der in der Region seinesgleichen sucht. Die neue CD beweist es eindrucksvoll.
Erhältlich ist sie zu einem Preis von zwölf Euro im Sekretariat des Dietrich Bonhoeffer-Gymnasiums, im Bücherpunkt am Rathaus und vom 5. bis zum 7. Dezember am Weihnachtsmarktstand der Germania "Vocalini."
06. Dezember 2007, Rhein-Neckar-Zeitung
"Das Konzert war traumhaft schön"
"young vocals" konzertierten mit "Zigeunerliedern" in der Rudolf-Wild-Halle Das Konzert hätte mehr Publikum verdient gehabt.
Eppelheim. (sg) Die "jungen Stimmen" wurden am Ende ihres Konzerts in der Rudolf-Wild-Halle frenetisch gefeiert und schenkten dem leider nur zur Hälfte gefüllten Saal zwei Zugaben. Zuvor hatte der 2001 in Eppelheim gegründete Kammerchor "young vocals" mit seinen "Zigeunerliedern" neue Glanzlichter an den Eppelheimer Kulturhimmel geheftet.
Unter Leitung ihres musikalischen Vaters und Förderers Dr. Ralf Schnitzer widmeten sich die rund 40 Sängerinnen und Sänger, die überwiegend dem Eppelheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zuzuordnen sind, in ihrem jüngsten Konzert dem Leben des Zigeunervolks und meisterten die konzertante Herausforderung. Begleitet wurden sie am Klavier von Tatjana Worm-Sawosskaja.
Bekannt als Perfektionist am Dirigentenpult hatte der promovierte Musikpädagoge des Eppelheimer Gymnasiums die jungen Stimmen wunderbar vorbereitet. Die vielfach impulsive Musik, feurige und freudig zugleich, voller Leidenschaft und Ausgelassenheit, war den wandlungsfähigen Stimmen genauso auf den Leib geschrieben wie der Ausdruck tiefer Sehnsucht und Wehmut. In ihrem Konzert griffen die "young vocals" das Wesen und de Kultur der Zigeuner auf, die im Besonderen die Kunst des 19. Jahrhunderts in Westeuropa fasziniert und inspiriert hatten.
Der Komponist Robert Schumann beschrieb in seinem "Zigeunerleben" aus der Distanz die Sicht auf eine, für die deutsche Bürgerlichkeit, völlig fremdartige Kultur. Die Texte von Emanuel von Geibel bedienten wunderbar das heute noch weit verbreitete Klischee des Zigeunervolks: "Das ist der Zigeuner bewegliche Schar mit blitzendem Aug' und wallendem Haar..."
Johannes Brahms hingegen ließ die Zuhörer in seinem "Zigeunerliedern" mit Haut und Haaren in die geheimnisvolle Welt des fahrenden Volkes eintauchen. Liebe und glühende Leidenschaft, ausgelassener Tanz und Freude, aber auch Wunschträume und Traurigkeit spiegelten sich in den Liedtexten wieder.
Mit Antonín Dvořáks "Sechs Klängen aus Mähren und Béla Bartóks "Vier slowakischen Volksliedern" hatte der Chor kleine Kostbarkeiten aus dem östlichen Kulturraum migebracht, die das einfache Leben auf dem Lande offenbarten.
Am Ende des großartigen Abends meinte eine Besucherin: "Das Konzert war traumhaft schön. Es ist nur schade für die jungen Menschen, dass so wenig gekommen sind."
von Rainer Köhl
05. Oktober 2007, Eppelheimer Nachrichten
Beeindruckender Konzertabend
Junge Nachwuchsmusiker zeigten am Samstag in der Leonie-Wild-Stiftung, ihr Können.
Ehrenbürger Dr. Hans-Peter Wild, Initiator dieser Musikreihe, seine Gattin und Bürgermeister Dieter Mörlein saßen bei diesem "Eppelheimer Konzertabend" in der ersten Reihe.
Wild-Chefsekretärin Stefanie Mückenmüller führte durch das Programm. Sie hob die Beudeutsamkeit finanzieller Unterstützung der Künstler während ihrer Ausbildung durch die Leonie-Wild-Stiftung hervor. So gefördert lassen sich innerhalb kurzer Zeit ansehnliche Fortschritte erzielen.
Eröffnet wurde der Konzertabend durch die "young vocals" mit ihrem Leiter Dr. Ralf Schnitzer und der Konzertpianistin Tatjana Worm-Sawosskaja am Flügel mit Zigeunerweisen, Volksliedern und Klassik aus Osteuropa.
Für das "Podium junger Künstler" hatten sich Julia Bachmann (Violoncello), Magdalena Müllerperth (Klavier) und Tabea Kalb (Violine) qualifiziert. Mit dem Kurpfälfzischen Kammerorchester unter der Leitung von Thomas Kalb hatten die Nachwuchssolisten eine sichere Grundlage für exzellentes Musizieren.
Ob Chor oder Solisten, die jungen Talente standen an diesem Abend für hochklassigen Musikgenuss und rissen das Publikum zu wahren Beifallsstürmen hin.
Bürgermeister Mörlein dankte herzlich für das Engagement der Leonie-Wild-Stiftung im Bereich Kulturförderung und gab seiner Hoffnung auf weitere Konzerte mit jungen Talenten in der Rudolf-Wild-Stiftung Ausdruck.
von Rainer Köhl
25. April 2007, Schwetzinger Zeitung
Faszination Chormusik aus 500 Jahren
Benefizkonzert mit "young vocals" in der Stadtkirche / Lions fördern Nachbarschaftshilfe
Eine traumhafte Kombination von höchst sensibler Chormusik in feinsten Stimmführungen mit immer neuen Ideen der Präsentation hat mit Musikfürst Dr. Ralf Schnitzer seit Jahren Einzug in die Köpfe un Herzen von jungen Menschen gehalten. Das Ergebnis ist einfach berauschend: Konzerte mit über 40 jungen Sänger/innen in Kirchen, Festhallen und Sälen sind entweder ausverkauft oder überbesetzt. Die Frische der Stimmen, verpackt in klare Sätze der Partituren lässt auch Musik der Gregorianik mit Spirituals und Popsongs durch Spiritus Rector Ralf Schnitzer für Gäste jeden Alters zu Recreation der Seele werden (Bach).
Die "young vocals" sind deshalb prädestiniert für Konzerte mit außergewöhnlichen Inhalten wie Benefiz-Veranstaltungen des Lions-Club zur Förderung der ökumenischen Nachbarschaftshilfe. Die Orte wechseln jedes Jahr, das Ziel der Bemühungen bleibt: Direkte Hilfen für Menschen jenseits der satten Grenze.
"Wir freuen uns, dass die "young vocals" mit ihrem motivierten Dirigenten Dr. Ralf Schnitzer in diesem Jahr hier das Benefizkonzert vom Lions-Club für die ökumenische Nachbarschaftshilfe gestalten. Wunderbare Stimmen werden uns auf eine Traumreise durch fünf Jahrhunderte Chormusik führen, das auf höchstem musikalischem Niveau. Die Ökumene hat hier in Schwetzingen einen offenen Raum, das zeigen die jährlich wechselnden Konzertorte St. Pankratius und Stadtkirche!"
Hans Zund als Präsident grüßte freudig in eine randvolle Stadtkirche, die mit OB Bernd Junker, Dekan Wolfgang Gaber und Hausherrn Pfarrer Thomas Müller die Schirmherren in den Reihen hatte.
Schon der Start zur Reise durch 100 Minuten Chormusik aus fünf Jahrhunderten verlief erfrischend; im Altarraum angekommen, wurde die musikalische Liturgie eröffnet: "Locus iste", dies ist der Ort, von Gott gemacht, Motette für gemischten Chor von Anton Bruckner. Der Beifall war auf später festgelegt, geräuspert wurde nur in absoluten Notfällen, die "young vocals" nahmen im Frontalangriff die Kirche mit allen Gästen gefangen, das auf herrlichen Klangwellen, die Stadtkirche lächelte freudig swingend bewegt.
"Shut the door", Spiritual und direkte Aufforderung an das Böse, aus dem Leben zu verschwinden, ließ Köpfe und Bänke mitschwingen, der "song für Athene" hatte einen Abstecher nach England gezogen, für 40 Stimmen in absolut konzentrierter Abstimmung lief die Reise von gregorianischen Einflüssen über deutschen Romantik bis zum Sprechchor als Interludium in Etudenform frische Programmpunkte in hellen Gewändern, bis nach Ratibor und Yokohama!
Das Zauberwort hieß Kontraste, zum Doppelchor mit Echopassagen wurde die Kanzel mit einbezogen, es war ein Genuss, den feinsten Abstimmungen in absolut sauberen Intonationen und Phrasierungen zu erliegen. "Schließen Sie die Augen, lassen Sie sich in die Stille des Abends entführen!" Nicht immer kamen die Erläuterungen so gut rüber, ein Mikro ist da oft hilfreich. "Wer hat die Welt auf den Kopf gestellt?" Fragen an die Menge in einem Programm der Weite und Offenheit. Crescendi im Ton, Fugenparts in flehender Zartheit, dann wieder voluminöse Stimmenfülle verwandelten den Altarraum in ein singendes, klingendes Gotteslob der freien Räume.
Der Segen von Felix Mendelssohn-Bartoldy "Er hat seine Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all' deinen Wegen" aus Psalm 91,11 sollte zum finalen "Nunc dimittis" überleiten, es kam (natürlich) anders: Der Beifall stand so lange im Kirchenschiff (Standig Ovations), bis die Lebendigkeit des Chors mit ihrem Leiter für feinste Nuance, Dr. Ralf Schnitzer, nochmals die Tür zuschloss, "Shut the door!"
Zum Imbiss mit offenen Türen im Lutherhaus wurde dann von Pfarrer Müller und dem Lions-Club eingeladen, direkte Adresse für ein herrliches Chorkonzert mit Imbiss: die ökumenische Nachbarschaftshilfe Schwetzingen, "Viva la Musica!"
von Carlo Weippert
27. Oktober 2006, Rhein-Neckar-Zeitung
Die Premiere wurde für die Zuhörer zu einem gefeierten Hochgenuss
Capri-Sonne-Chef Dr. Hans-Peter Wild fördert mit der Leonie-Wild-Stiftung "Podium für junge Künstler" / Dem Nachwuchs eine Chance geben
Eppelheim. Christiane Karg, Tabea Kalb und Magdalena Müllerperth diese Namen sollte man sich gut merken. Alle drei sind Ausnahmeerscheinungen in der gegenwärtigen Welt der Musik. Gastkonzerte in verschiedenen Ländern und Kontinenten sind für die musikalischen Genies nichts Neues. Beim "1. Eppelheimer Konzertabend" in der Christkönigkirche spielten und sangen sie sich zusammen mit dem Eppelheimer Kammerchor "young vocals" und dem Kurpfälzischen Kammerorchester in die Herzen ihrer vielen Zuhörer.
Ideengeber und Initiator dieses Abends voller höchster musikalischer Ansprüche und Genüsse war Capri-Sonne-Chef Dr. Hans-Peter Wild. Zusammen mit der Leonie-Wild-Stiftung hatte der Unternehmer die Rahmenbedingungen für diese Konzertpremiere in der Christkönigkirche geschaffen: ausführliche Programme waren gedruckt, die Kirche üppig in den Wild Farben Grün-Weiß geschmückt und selbst der Steinway-Flügel aus der Rudolf-Wild-Halle war als Schwertransport herangeschafft worden. Darüber hinaus hatte es Dr. Wild nicht versäumt, nach Ende des Konzerts alle Akteure zu einem gemeinsamen Essen einzuladen.
Der Eppelheimer Konzertabend, das teilte Wild-Eventmanager Thomas Steffen mit, möchte sich als "Podium junger Künstler" verstanden wissen und sich in den kommenden Jahren als fester Programmpunkt im kulturellen Jahreskalender Eppelheims und der Region etablieren. "Bei den heute auftretenden Chören und Solisten handelt es sich um hochbegabte junge Nachwuchsmusiker, die von Dr. Hans-Peter Wild und der Leonie-Wild-Stiftung gefördert werden."
Alle Akteure wurden von den Musikerinnen und Musikern des renommierten Kurpfälzer Kammerorchesters unter der Leitung von Thomas Kalb begleitet. Der Erlös dieser Benefizveranstaltung soll, so der Wunsch des Wild-Werke Chefs, komplett dem Musiknachwuchs Eppelheims zugute kommen.
Eröffnet wurde die Konzertpremiere von den "young vocals" und dem Kammerorchester mit dem 1. Satz aus John Rutters "Magnificat". Zu dem jungen Chorensemble sollte man wissen: die "young vocals" sind ein junger, vom Musikpädagogen Dr. Ralf Schnitzer gegründeter Kammerchor, der in seiner erst fünfjährigen Geschichte bereits über die Region hinaus bekannt geworden ist für seine strahlende Klangkultur, seine jugendliche Dynamik und seine anspruchs-vollen, inspirierenden Programme. Entstanden ist er als Kooperationsprojekt zwischen dem Eppelheimer Sängerbund Germania und dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium dank freundlicher Unterstützung durch die Leonie-Wild-Stiftung. Seine musikalische Arbeit ist eng verknüpft mit dem von Ralf Schnitzer geleiteten Gesangsmodell des Gymnasiums, wo Schülerinnen und Schüler grundlegende musikalitäts- und stimmerzieherische Bildung erhalten. Die Engagiertesten und Begabtesten von ihnen finden sich zusammen in den "young vocals", um echte vokale Ensemblearbeit zu erleben.
Die erst 14 jährige Pianistin Magdalena Müllerperth hatte den 1. Satz des Konzerts Nr. 12 in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mitgebracht und verzückte damit das Publikum auf Anhieb. Die gebürtige Pforzheimerin erhielt im Alter von fünf Jahren ersten Klavierunterricht. Seit 2003 ist sie Jungstudentin an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe. Seit 1999 errang die junge Künstlerin zahlreiche Preise und Sonderpreise bei nationalen und internationalen Klavier-wettbewerben in der Kategorie Solo, Duo und Begleitung, darunter auch den ersten Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" 2005. Seit 2004 ist Magdalena Müllerperth Stipendiatin der Stiftung Mayer in Bietigheim-Bissingen. Trotz ihres jugendlichen Alters begeistert die Pianistin ihre Zuhörer bei ihren Auftritten in vielen Ländern Europas und in den USA.
Die gleichaltrige Tabea Kalb spielte zusamen mit dem Kurpfälzer Kammer-orchester die Romanze für Violine und Orchester in F-Dur, Opus 50 von Ludwig van Beethoven. Sie erhielt im Alter von vier Jahren ersten Violinunterricht und errang schon mit sieben den ersten Preis bei "jugend musiziert". Weitere Preise folgten wie der erste Preis beim Tonkünstlerwettbewerb in Stutgart. Tabea Kalb spielt regelmäßig im Streichquartett mit ihren Schwestern, konzertiert aber auch solistisch und in verschiedenen Kammermusikformationen. Ihre Zuhörer in Deutschland und dem europäischen Ausland sind von ihrer Expressivität und Intensität regelrecht hingerissen. Seit 2005 spielt Tabea Kalb gemeinsam mit Pianistin Magdalena Müllerperth. Als Duo errangen sie schon den ersten Preis beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert".
Die von den Salzburger Festspielen bekannte Sopranistin Christiane Karg brillierte beim Konzert mit der Mozart-Mottete "Exsultate, jubilate" in F-Dur und mit einer Szene und Arie aus Mozarts "Bella mia fiamma, addio" in C-Dur. Seit Oktober 2000 studiert die 1980 in Feuchtwangen geborene Sopranistin an der Universität Mozarteum Salzburg. Im Juli 2003 bestand sie ihr erstes Diplom mit Auszeichnung und widmete sich dann Studien in der Lied- und Operklasse des Mozarteums. Für ein halbes Jahr war sie im Rahmen des Erasmus-Stipendiums am Konservatorium für Musik Verona und konnte dort ihr italienisches Repertoire erweitern. Im März 2006 schloss sie auch ihr Magister-Studium mit Auszeichnung ab. Neben zahlreichen Lieder- und Opernabenden konnte sie schon reichlich Bühnen-erfahrung in Opern und Operetten sammeln. Im August sang Christiane Karg bei den Salzburger Festspielen die Partien der Melia und des Weltgeists in Mozarts "Apollo et Hyacinthus" und "Die Schuldigkeit des ersten Gebots".
14. Juli 2006, Schwetzinger Zeitung
Ein Konzert voller ergreifender Momente
Die "young vocals" konzertierten in der vollbesetzten Josephskirche
Eppelheim. Die jungen Sängerinnen und Sänger der "young vocals" waren bei ihrem Konzert "Song for Athene" samt ihrem musikalischen Leiter Dr. Ralf Schnitzer eine Klasse für sich. In der vollbesetzten Josephskirche bescherten sie ihrem Publikum mit Werken englischer Chorliteratur von der Romantik bis heute viele ergreifende Momente. Die Einzigartigkeit des Konzerts und die vollendete Harmonie des Ensembles lässt sich am besten mit der Entstehung des Chores begreifen: die "young vocals" sind ein im Jahr 2001 entstandener Kammerchor, dessen mehr als 40 Mitglieder fast ausschließlich Schülerinnen und Schüler oder Ehemalige des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums sind. Die meisten von ihnen haben ihre musikalische Grundausbildung in den dortigen Gesangsklassen durch konsequente chorische Stimmbildung von ihrem musikalischen Leiter und "Ziehvater" Dr. Ralf Schnitzer erhalten. Der ausgebildete Musikpädagoge, Sänger, Dirigent und Cellist kam nach seiner Promotion 1995 an das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. 1998 wagte er sich an das Projekt "Schwerpunktklassen Gesang", das die Schule inzwischen deutschlandweit bekannt und zum Musikgymnasium machte. Im Rahmen einer vom Land geförderten Musikpatenschaft entstanden die "young vocals" in Kooperation zwischen Schule und dem Sängerbund Germania Eppelheim. Beim diesem nun mittlerweile 80. Konzert der Reihe "Musik in der Josephskirche" hatte sich Dr. Ralf Schnitzer Kompositionen von John Rutter und John Tavener - dessen Stück dem Programm seinen Namen gab - ausgesucht, sowie die Messe in g-Moll von Ralph Vaughan Williams und ein "Nunc Dimittis" von Gustav Holst. Hinzu kam Benjamin Brittens im 2. Weltkrieg entstandener Lobgesang an die Schutzheilige der Musik "Hymn to Caecilia". Alle fünf englischen Komponisten haben eine Gemeinsamkeit, betonte Schnitzer: "Sie alle schrieben ihre Musik zu Preis und Ehren Gottes oder eines geliebten Menschen." Stellvertretend hierfür stand das 1993 von Tavener komponierte "Alleluia - Song for Athene", das beim Begräbnis Lady Dianas 1994 in London uraufgeführt wurde. Der Text hierfür wurde zum Teil Shakespeares "Hamlet" entnommen und einfach aber höchstdramatisch vertont. Schnitzer selbst forderte bei diesem Konzert seinem jungen Chor einiges an stimmlichem Stehvermögen ab, stellte hohe Ansprüche an Klarheit und Schönheit der Stimmen, ihre Ausdrucksstärke und Harmonie. Doch was er forderte, bekam er auch und als Gratisbeigabe ein hellauf begeistertes Publikum, das viele emotionale Momente während dieses Konzerts erleben durfte. Minutenlanger Applaus war nach wochenlangem Probefleiß und der finalen Probenfreizeit der Lohn für den jungen Chor und seinen musikalischen Leiter Dr. Schnitzer. sge
11. Juli 2006, Rhein-Neckar-Zeitung
Auf Engelsflügeln
"young vocals" unter Ralf Schnitzer in der Providenzkirche Heidelberg
Beim Begräbnis von Lady Di 1997 wurde John Taveners "Alleluia Song for Athene" zum ersten Mal gesungen. Eine sanfte, tröstende Musik, die unerhört schön zur letzten Ruhe geleitet. Das a-cappella-Chorwerk war titelgebend für das jüngste Programm der "young vocals", dem von Ralf Schnitzer geleiteten Chor in der Providenzkirche Heidelberg. Große klangliche Ruhe fanden die Sänger in den seraphisch schönen, engelhaft leuchtenden Harmonien von Tavener, die sich bis zur Zwölfstimmigkeit überaus eindrucksvoll entfalteten, wie ein prachtvoller Fächer aufgingen. Für Raritäten wie diese hat Schnitzer und sein aus Schülern (auch Ehemaligen) des Dietrich Bonhoeffer Gymnasium Eppelheim gebildeter Chor ein vortreffliches Faible. Das Programm wurde hier gesungen, an das sich aufgrund seines hohen Anspruchs ansonsten höchstens Profichöre heranwagen. Schnitzer hat eine hervorragende Arbeit geleistet und all die klanglichen Delikatessen dieser ausgesuchten Werke hinreißend zum Klingen gebracht. Junge Stimmen wie sie dieser Chor hat, bringen einen ganz eigenen Zauber in Musik, die aus harmonischem und klanglichem Sinnenreiz lebt, wie diese. Nicht zuletzt in Britten "Hymn to St. Caecilia", das die Schlichtheit von Folksongs mit höchster klanglicher Raffinesse vereint. Die große klangliche und gestische Reinheit, die zarte Unschuld und aparte Harmonik dieser Musik wurde ganz zauberhaft eingefangen. Hauptwerk des Programms war die doppelchörige Messe g-moll von Ralph Vaughan Williams, eine ausgesuchte Rarität von exquisiter klanglicher Schönheit und großem Gestaltreichtum. Reizvolle Wechsel zwischen zart leuchtenden solistischen Verflechtungen und machtvoll aufstrahlender Achtstimmigkeit des ganzen Chores, in einem Singen, das von großer Begeisterung getragen war. Mit den "young vocals" ist ein Chor herangereift, der zu den herausragenden Formationen dieser reichen Chorlandschaft gehört.
von Rainer Köhl
11. Juni 2005, Schwetzinger Zeitung
Magnificat hoch drei ein ungewöhnliches Konzert
Standing ovations für die "young vocals" in der Christkönigkirche Chor und Solisten begeistern die Zuhörer
Weder das ersehnte gute Wetter, noch durch Baustellen gesperrte Straßen oder der akute Parkplatzmangel konnten über 400 Menschen davon abhalten, das Konzert der "young vocals" am Sonntag zu hören. Die große Christkönigkirche war bis auf den letzten Platz besetzt, als die ersten Töne von Johann Sebastian Bachs Magnificat erklangen. Wer Bachs Weihnachtsoratorium kennt, dachte sekundenlang, er sei im falschen Konzert. Auch das Magnificat beginnt buchstäblich mit Pauken und Trompeten, und tatsächlich, es wurde von Bach zum Weihnachtsfest 1723 komponiert. Drei Magnificat-Vertonungen hatte das interessant gestaltete blaue Plakat angekündigt. Drei von vielleicht hundert möglichen, denn seit der Gregorianik bis heute haben sich immer wieder Komponisten dieses großen Widerstandsliedes der Bibel, bekannt als "Lobgesang der Maria", angenommen. Ralf Schnitzer und seine "young vocals" entschieden sich für Johann Sebastian Bach, Arvo Pärt (geb. 1935) und den Briten John Rutter (geb. 1945). Eine gute Wahl, denn es wurde ein Konzert, das die Zuhörer begeisterte. Zugleich war es das aufwändigste Projekt, das der erst seit vier Jahren bestehende Chor bisher verwirklicht hat, gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Mannheim und vier Solisten, und es hat auch gezeigt, welches Potential in diesem jungen Chor steckt. Das prächtige barocke Bach-Magnificat wurde von Chor und Orchester nicht nur präzise, sondern auch jugendlich temperamentvoll musiziert, was gerade bei den für Bach typischen, vielen, langen Sechzehntel-Läufen einiges heißen will. Wie in seinen großen Oratorien und Kantaten setzt Bach auch hier den Text anschaulich in Musik um. Wie kräftig wieder brillieren die Bach-Trompeten und gleichzeitig wie übermütig lässt der Chor Gott "Gewalt üben mit seinem Arm und zerstreuen, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn". Wie flehentlich meditiert das Alt/Tenor-Duett (Barbara Schmidt-Gaden, Winfried Mikus) über die Barmherzigkeit Gottes. Wie anrührend singt die Sopranistin Josefa Kreimes, begleitet von der Oboe d'amore, davon, dass Gott "die Niedrigkeit seiner Magd angesehen hat". Allein Josefa Kreimes mit ihrer klaren, warmen, geschmeidigen Stimme, hatte auch in den beiden folgenden Magnificat-Vertonungen ihren Part. Das war schade, denn es ist durchaus ein Glücksfall, vier Solisten zu finden (Bass Wilfried Stabler), die in Timbre und Ausdruck so harmonieren wie diese vier im Bach-Magnificat. Welch ein Gegensatz das 1983 uraufgeführte a cappella-Stück des estnischen Komponisten Arvo Pärt. Es war eine geradezu geniale Idee, den kleinen gemischten Chor mit dem Solo-Sopran von der Empore im Rücken der Zuhörer singen zu lassen. So wurde das Ätherisch-Abgehobene der Musik Pärts mit ihrer Dissonanz-gefärbten harmonischen Statik auch optisch unterstrichen. Anders als Bach und noch viel mehr John Rutter die den Text durch die Musik ansichtig machen, wird er bei Arvo Pärt einsichtig, innen-sichtig. Der Komponist hat es einmal so ausgedrückt: "Ich möchte meine Musik mit weißem Licht vergleichen, das doch alle Farben enthält. Nur ein Prisma kann die Farben spalten und aufscheinen lassen: Dieses Prisma könnte die Seele der Zuhörer sein." Chor und Solo-Sopran vermochten es, die große meditative Kraft dieses kurzen, auf wenige Textzeilen beschränkten Magnificats eindrucksvoll zu vermitteln. John Rutter benötigte einen eigenen "Auftritt". Zusätzlich zum "Bach-Orchester" nahmen Harfe, Schlagzeug, Horn und der Organist an der Kirchenorgel Platz. "Magnificat", so kann es auch klingen, werden viele Zuhörer bei den ersten Takten gedacht haben. Nach dem zuvor Gehörten wirkte es zunächst wie eine Mischung aus Musical und Film-Musik, was einerseits am Rhythmus aber auch an der Instrumentierung liegt. Man gewöhnt sich schnell daran, denn dieses Magnificat entfaltet eine ungeahnte Dramatik. Hier zeigt der Chor alles, was er kann, und das ist eine Menge. Dabei werden die 23 Frauenstimmen - das sei eigens angemerkt - niemals von den 20 Männerstimmen dominiert. Das breite Spektrum der Ausdrucksmöglichkeiten dieses jungen, engagierten Chors reicht vom zarten, schlichten Marienlied-Einschub über das im Vier-viertel-Takt fast tänzerische "Fecit Potentiam" bis zum dramatisch-theatralischen Gloria. Faszinierend der unverwechselbar helle Klang des Chores, unüberhörbar aber auch, dass bei den young vocals nicht nur individuelle Stimmbildung selbstverständlich ist, sondern viele Stimmen auch eine professionelle Ausbildung erhalten. Am Ende des Konzerts minutenlange standing ovations und Bravo-Rufe. Chor, Orchester und Solisten hatten es verdient.
15. Mai 2004, Rhein-Neckar-Zeitung
Und am Sonntag in der Providenzkirche
Das "trinitá"-Konzert der jungen Stimmen in der Fabrikhalle bestätigte sich als ein gelungenes Experiment
Eppelheim. Mut zum Ungewöhnlichen bewiesen der Sängerbund Germania mit ihrem Vorsitzenden Klaus Preuß als Veranstalter, die "young vocals" mit ihrem Chorleiter Dr. Ralf Schnitzer als Akteure und das Publikum: Das Konzert "trinitá" in der ehemaligen VOD-Fabrikhalle in der Handelsstraße war restlos ausverkauft.
Die über 40 Stimmen des erst 2001 gegründeten Kammerchors erklangen zweischen Holzpaletten und Druckpapierrollen und spielten durch Positionswechsel förmlich mit der spartanischen Fabrikhalle und schufen aus dieser Schlichtheit mit dem Programm und durch verschiedene Lichtakzente eine verblüffend schöne Atmosphäre. Aufgeführt wurden weltliche und geistliche Chormusik a capella aus vier Jahrhunderten. Die sechs Gesangsblöcke beinhalteten je drei Liedbeiträge, wobei die beiden Rahmenstücke meist in Kontrast zum zentralen Stück standen. Im sechsten Block zeigte sich versteckt ein siebter, der sich um das älteste Stück des Konzertes, das "Alta trinitá beata" eines anonymen italienischen Komponisten aus dem 15. Jahrhundert, rankte.
Schon der erste Auftritt des Chores war für das Publikum ungewöhnlich: Mit den beiden sanften Brahmsstücken "In stiller Nacht" und "Waldesnacht" sowie mit dem euphorischen Mittelstück von Andreas Hammerschmidt "Machet die Tore weit" suchten die Sänger nicht die schlichte Holzpalettenbühne auf und den Blickkontakt mit dem Publikum, sondern blieben im Eingangsbereich stehen, für die Besucher nur durch Kopfdrehen zu erblicken.
Später spielte der Chor stimmlich aufgeteilt mit der Halle: Während die weiblichen Stimmen im schwach beleuchteten Südost-Teil Brahms "Morgen muss ich fort von hier" sangen, erklang der Doppelchor erhöht auf Druckpapierrollen mit "Jauchzet dem Herrn" von Heinrich Schütz. Und die Männerstimmen erklangen aus dem Nordwest-Teil mit dem aktuellen Lied "Die Sonne versinkt" von der Gruppe "Wise Guys". Überrascht wurden die Zuhörer durch Ernst Tochs Sprechgesang "Fuge aus der Geographie", der mit harten und weichen rhythmischen und lautmalerischen Tönen im Zusammenklang und im Gegeneinander der Gruppen ganz neue Formen der Musik demonstrierte.
Als Chorleiter und Dirigent schaffte es Dr. Ralf Schnitzer, den vielen jungen Stimmen eine harmonische Dynamik zu verleihen. Energisch fordernd und doch sensibel einfühlsam führte er den Chor hochkonzentriert mit offener Mimik, in der der Chor förmlich die gewünschten Töne und Einsätze ablesen konnte, durch das anderthalbstündige Konzert. Die Moderation von vier Sängerinnen und Sängern erdacht und gestaltet war das "Tüpfelchen auf dem i".
Am Sonntag, 16. Mai, wird "trinitá" um 17 Uhr noch einmal in der Heidelberger Providenkirche erklingen.
03. Mai 2004, Rhein-Neckar-Zeitung
Klassik mitten in der Fabrikhalle
Ungewöhnlicher Ort für Konzert "trinitá" Experiment von Dr. Ralf Schnitzer und den "young vocals"
Eppelheim. Für außergewöhnliche Konzerte und Experimentierfreude sind beide weit über die Grenzen Eppelheims hinaus bekannt: Chorleiter und Musikpädagoge Dr. Ralf Schnitzer und die von ihm gegründeten "young vocals", der Kammerchor des Sängerbundes Germania. Am Sonntag, 9. Mai, findet um 18 Uhr in der Fabrikhalle der ehemaligen Firma VOD, Ecke Handels-/Wasserturmstraße, ihr drittes und neustes Programm "trinitá Klassik in der Fabrikhalle" statt.
Inmitten dieser Fabrikhalle, zwischen Holzpaletten, Kartonagen und Druckpapier-rollen werden fast 50 junge Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Dr. Ralf Schnitzer weltliche und geistliche Chormusik aus vier Jahrhunderten "a capella" erklingen lassen. Wir werden mit der Halle spielen und sie nutzen, wie nur irgend möglich", machte der experimentierfreudige Chorleiter gegenüber der RNZ bei einem Besuch der Proben vor Ort deutlich. Vorab schon dürfen sich die Konzertbesucher, die unkonventionell und flexibel mit ihren Sitzplätzen in die Aufführung integriert werden, auf eine laut Schnitzer, "fantastische" Akustik freuen.
"Trinitá", was übersetzt soviel bedeutet wie Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit, und sich auch auf den Glauben des Christentums von der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiliger Geist beziehen lässt, besteht aus zwei Konzertteilen. Jeder Teil umfasst entsprechend dem durchgängigen Motiv der Zahl Drei aus dem Konzerttitel drei Blöcke mit jeweils drei Musikstücken, wobei die beiden "Rahmenstücke" meist in Kontrast zum zentralen Stück stehen. Zu hören sind Kompositionen von Johannes Brahms, Heinrich Schütz und John Rutter. Im letzten Block werden sich Mendelssohn "Lerchengesang" und dessen Komposition "Denn er hat seinen Engel" um das älteste Stück, um die "Alta trinitá beata" fügen. Mit den Proben für "trinitá habe man erst vor einem halben Jahr begonnen und in Form von Probewochenenden zwei intensive Probephasen eingeschoben, informierte Dr. Schnitzer. Engagiert unterstützt wurde die Konzertidee vom Sängerbund Germania und ihrem Vorsitzenden Klaus Preuß, der sich mit seinem Vorstandsteam nicht nur um einen geeigneten Aufführungsort, songern auch um den finanziellen Rahmen und die Organisation kümmerte. Karten für die Konzertpremiere gibt es im Eppelheimer Buchladen und im Sekretariat des Gymnasiums. Weiterer Aufführungstermin: 16. Mai, 17 Uhr, Providenzkirche Heidelberg.
19. Juli 2003, Schwetzinger Zeitung
"Das Konzert ist eine Sensation für Eppelheim"
"young vocals" begeistern mit "Requiem" von Rutter / Projektchor von Schule und Verein brilliert
Eppelheim. Von einem Chor mit enormer Qualität und beachtlicher Bandbreite sprach Bezirkskantor Detlev Helmer, von einem beeindruckenden Klangstrahl und stimmlicher Präsenz dessen Leiter Dr. Ralf Schnitzer und nicht wenige Besucher des Konzerts in der Josephskirche gar von einer Sensation für Eppelheim und die Region.
Der Kammerchor "young vocals" führte mit dem "Requiem" ein Werk John Rutter auf. Rutter wurde 1945 in London geboren, seine Arbeit als Komponist befasst sich sowohl mit großen als auch mit kleineren Chor-Werken. Zahlreiche Orchester- und Instrumentalstücke, Fernsehmusik und zwei Kinderopern stammen aus seiner Feder, heute beschäftigt er sich vor allem mit Chorleitung und dem Komponieren. "Requiem" ist sein jüngstes größeres Chorwerk und entstand 1985.
Bei dem John-Rutter-Konzert in der Josephskirche eröffneten drei Motetten und in der "Suite antique" brillierten Anke Palmer, Querflöte, und Detlev Helmer an der Orgel. Nach den erfolgreichen a-capella-Konzerten im vergangenen Jahr sangen die "young vocals" im Übrigen erstmals mit Unterstützung eines Ensembles.
Sigrid Haselmann fügte dem Konzert sanfte Harfentöne bei, Florian Hahne übernahm den Part der Oboe, Jutta Neuhaus den des Violincello und Thomas Keems sowie Christian Kruse am Schlagzeug rundeten das Ensemble ab.
Nicht zuletzt der Sopranistin Bettina Horsch war es zu verdanken, dass das Konzert der "young vocals" Lust auf ehr machte. Entstanden ist der Kammerchor vor zwei Jahren. Dr. Ralf Schnitzer, usiklehrer und Chorleiter am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und der Sängerbund Germania gründeten dieses junge Vokalensemble, mit dem Ziel, anspruchsvolle Chorliteratur zu erarbeiten und zu Gehör zu bringen. Junge talentierte Stimmen sollen mit erfahrenen Chorsängern zusammenarbeiten, um voneinander zu lernen.
Einige Mitglieder kommen aus dem gesamten Rhein-Neckar-Raum, der Ausgangspunkt für die jungen Stimmen sind jedoch die Gesangsklassen, die Ralf Schnitzer leitet. Eng arbeitet er mit der Musikhochschule Mannheim zusammen und so ist das Bonhoeffer-Gymnasium auf dem besten Wege, im übernächsten Schuljahr Musikgymnasium mit Schwerpunkt vokale Erziehung zu werden.
18. Juli 2003, Rhein-Neckar-Zeitung
Romantische Sehnsucht
"young vocals" mit John Rutters Requiem in der Josephskirche Eppelheim
Der 1945 geborene britische Komponist John Rutter zählt zu jener Generation von Tonsetzern, die mit ihrem emphatischen, neoromantischen Stil für eine wieder erwachende Popularität zeitgenössischer geistlicher Chorwerke allgemein gesorgt haben. Hierzulande ist Rutters Name noch nicht in aller Munde umso verdienstvoller ist es daher, dass der Chorleiter Ralf Schnitzer das 1985 für Sopran, Chor und kleines Orchester geschriebene "Requiem" des Londoners in der Josephskirche Eppelheim zur Aufführung brachte.
Eine ambitionierte Harmonik steht am Beginn des Werkes, gespannte Akkordfortschreitungen, die bald in neoromantischen Ton einschwenken. Große Natürlichkeit, schlichte Anmut und Innigkeit brachte die Sopranistin Bettina Horsch in ihre Sologesänge, überzeugte mit sauber geführter, ätherisch klingender Höhe. Samtige Harmonien ließ der Chor "young vocals" im Sanctus schweben, das klang wie himmlisch jubelnder Engelsgesang über den hellen Klängen des Glockenspiels. Machtvolle Pauken und flammende Chorharmonien entwarfen im "Benedictus" ein kraftvolles Gotteslob. Ein schmerzerfüllter Trauermarsch zog vorbei im "Agnus Dei", grundiert von dunkel pochenden Paukenrhythmen und hochgereckt zu visionärer Kraft.
Vertonung von Psalmtexten in englischer Sprache zäsuierten die lateinischen Requiem-Abschnitte. Zwischen trauerndem Schmerz und kraftvoller Zuversicht pendelte "Out of the deep have I called", süßen Trost brachte "The Lord is my sheperd", das in der Begleitung von Oboe und Harfe einen von Wärme erfüllten arkadischen Ton anschlug.
Einen volumenreichen, farbintensiven Chorklang entwarfen die "young vocals" unter Ralf Schnitzers engagierter Leitung, ruhevoll flutend und weich gewunden erklangen die Harmonien, die bisweilen etwas an das Fauré-Requiem erinnerten. Äußerst detailklar und jede Geste mit großer Beredsamkeit erfüllend wurde dabei gesungen und musiziert.
Junge Stimmen wie die der "young vocals" entwickeln einen eigenen Reiz. Reinheit, Natürlichkeit und schönste Biegsamkeit vereinte der Chor, den Ralf Schnitzer zum Großteil aus Schülern des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium rekrutierte, auch in weiteren Chorstücken von John Rutter. Weich einschwingende Klänge voll romantischer Sehnsucht wurden dabei zu schwärmender Emphase und Leuchtkraft intensiviert. Schön empfindungsreich musizierten Anke Palme (Flöte) und Detlev Helmer (Orgel) Rutters "Suite antique".
15. Juli 2003, Schwetzinger Zeitung
Schöne Klänge preisen die Schönheit der Erde
Ovationen für Eppelheimer "young vocals" beim Orgelsommer
Das dritte Konzert der Schwetzinger Orgelwoche am Sonntag in der evangelische Stadtkirche dürfte durch sein hohes künstlerisches Niveau sicher in die Geschichte der hiesigen Orgelwoche eingehen. Zu Gast waren der aus Eppelheim kommende und unter der Leitung von Ralf Schnitzer stehende gemischte Chor, die "young vocals", dessen Mitglieder zum Teil aus den Gesangsklassen des Eppelheimer Dietrich-Boenhoeffer-Gymnasieums kommen, zu denen sich inzwischen auch Chorliebhaber aus dem übrigen Rhein-Neckar-Bereich gesellt haben und heute als Gesangsensemble von hohem Niveau über die Grenzen unserer Region bekannt geworden sind. Gemeinsam mit den ausgezeichneten Instrumentalisten Anke Palmer (Flöte), Detlev Helmer (Orgel), Sigrit Haselmann (Harfe), Florian Hahne (Oboe), mit den Percussionisten Thomas Keems und Christian Kruse sowie mit der blendenden Sopranistin Bettina Horsch brachten sie das "For the beauty of the earth", eine Lobpreisung der Schönheit der Erde und der göttlichen Schöpfung zu Gehör, ein modernes Werk, das gekrönt wird durch ein packendes und zugleich tief ergreifendes Requiem.
Schöpfer dieses Werkes ist der 1945 in London geborene John Rutter. Er hat sein Requiem in einen sehr ausgewogenen Rahmen von Motetten und "suiten antique" für Orgel und Flöte gestellt. Allein schon dieser Rahmen, in dem auch die fast engelhaft wirkende Stimme der Sopranistin stellenweise den führenden Part übernahm. Lieder wie das "Open thou mine eyes" oder das "God be in my head" sowie die Suiten mit ihren verschiedenen Sätzen waren in ihren Aussagen, dass das Leben den Tod überwindet, sehr gut aufeinander abgestimmt.
Dieses sehr anspruchsvolle Werk stellte an alle Mitwirkenden hohe Anforderungen. Bewundernswert erneut die Disziplin, die Genauigkeit der Einsätze und nicht zuletzt die hervorragende Stimmbildung des Chores, eine bewundernswerte Leistung Schnitzers. "The Lord bless you" mit diesem alten Segenswunsch, dem wie auch ein Teil der anderen Liedtexte Aussagen aus dem Alten Testament zu Grunde liegen, fand das Konzert einen würdigen Abschluss, unterstrichen von einem Zuversicht ausstrahlenden "Amen". Die vielen Besucher erhoben sich spontan von ihren Sitzplätzen, ihr stürmischer Beifall war Dank für ein wunderbares Geschenk.
14. März 2002, Schwetzinger Zeitung
"young vocals" bestens bei Stimme
Der Chor unter Leitung von Ralf Schnitzer glänzte mit seinem Premierenprogramm Tosender Applaus
Eppelheim. "So voll war's noch nie", raunte es durch die Reihen, und das ist wahr. Die treue Besuchergemeinde der Konzertreihe "Musik in der Josefskirche", die hoch qualifizierten Laien und professionelle Musikern gleichermaßen ein Forum zum Musizieren und Experimentieren bietet, fand sich an jenem Sonntagnachmittag um ein Mehrfaches verstärkt. Der Grund: Der Musikpädagoge und Chorleiter Ralf Schnitzer präsentierte mit dem Ensemble "young vocals" sein jüngstes "Kind", und eine breite Palette an Werken a capella, so der Titel des Konzerts.
Um es vorwezunehmen, ganz a capella kam man nach Dr. Schnitzers eigenem Geständnis am Ende doch nicht aus: In dem Madrigal (Nummer fünf im Programm) Belle, qui tiens ma vie von Toinot Arbeau, griff ein Tenor zum Tambourin und der Chor imitierte in fröhlicher Runde eine Schar von Krummhorn- und Fanfarenbläsern, die der bedauernswerte Protagonist dieses Werkes offenbar bemühen muss, um sich bei seiner spröden Liebsten Gehör zu verschaffen. Offen bleibt am Ende, ob ihm dieser Aufwand hat helfen können. Dem Chor schien es jedenfalls höllischen Spaß gemacht zu haben, zu beweisen, dass die menschliche Stimme Instrument eindeutig überflüssig machen kann.
Eingeleitet wurd das ehrgeizige, fast fünf Jahrhunderte umspannende Premiere-Programm mit einem sogenannten Stimmical einer dem Jazz nahe stehenden Form der Improvisation kurzer musikalischer Floskeln, die dem Chor Gelegenheit gab, seine klangliche Bandbreite gleich zu Beginn zu demonstrieren. Dass die einzelnen Werke von Chormitgliedern vorgestellt un eingeführt wurden, verlieh dem Programm ein Extra an Spritzigkeit, denn die Moderatoren im Wechsel: Jens Gomm, Sira Henkelmann, Thomas Steffen, Saskia Zimmermann, Jutta und Michael Petrow offenbarten alle verblüffende Entertainerqualitäten und entpuppten sich als höchst amüsante Unterhalter. Dazu am Rande eine Anmerkung: Man mag darüber streiten, ob seitens der Zuhörerschaft wirklich nach jedem Stück und nach jeder Ansage ein Applaus vonnöten ist, denn die ständige Unterbrechung bringt doch eine gewisse Atemlosigkeit in den Ablauf.
Das anschließende Arrangement des hoffnungsvollen Morgengruß,es an den neuen Tag "You are the new day" stammt ursprünglich von den King's Singers und fordert daher eine gewisse Wenigkeit. Hier konnte der Chor eindrucksvoll seine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit unter Beweis stellen und reagierte, wie übrigens im gesamten Verlauf des Konzerts, höchst sensibel und präzise auf das Dirigat seines Leiters. Schnitzer verfügt mit diesem Ensemble über einen sehr leistungsfähigen Klnagkörper von durchaus nicht selbstverständlicher Qualität.
In Thomas Tallis schlichtem, aber durch eine effektvolle Aufteilung spannend gestalteten Kanon "all praise to Thee, my God", ließ der Chor auf die sehr saubere Unisono-Einführung enen wunderschöne verhaltenen Frauenchor folgen und genoss anschließend selbst die eigene Klangfülle in der vierstimmigen Version sichtlich. Der durfte er sich im anschließenden effektvoll-mitreißenden Spiritual "Elijah Rock" gleich noch einmal mit ganzer Verve hingeben. Bei diesem Stück von Jester Hairston, selbst Spross einer einstigen Sklavenfamilie, Musikwissenschaftler und Mitte des 20. Jahrhunderts in Amerika und ein überaus gefragter Chordirigent und-arrangeur, kamen vor allem die Männerstimmen (im Tenor) voll auf ihre Kosten. Christian Hahne, Fritz Jauché, Christian Jungblut, Moritz Maisch, Michael Petrow und Jan Henning Wegener, im Bass Jens Gomm, Johannes Groß, Thomas Steffen, Volker Vierling, Sören Wegener, Michael Weinert und Paul Jakob Zier, präsentieren sich in beachtlicher Qualität. Der bereits eingangs erwähnten Pavane von T. Arbeau folgt mit Hans Leo Hasslers bekannten fünfstimmigem deutschen Madrigal Tanzen und Springen, eine fröhliche Aufforderung zu Musik und Genuss, bei welcher der Sopran (Eva Althapp, Carina Beck, Kim Boyne, Svenja Budig, Sira Henkelmann, Jeannie Henn, Gabi Mohr, Nena Müller, Jutta Petrow, Rike Uhlenhoff und Saskia Zimmermann) zeigen konnte, dass er auch in halber Besetzung noch die volle Leistung zu bringen vermag. Nach diesem kurzen weltlichen Ausdruck der Lebenslust ging es wieder zurück zur geistlichen Musik.
Aus Sergej Rachmaninows geistlichem Zyklus "Das große Abend- und Morgenlob" op. 37 erklang ein orthodoxes Marienlob ein Text aus der Vesper-Liturgie, in etwa vergleichbar unserem "Regina coeli" dessen andachtsvolle Frömmigkeit offenbar auch die Zuhörer in ihren Bann zog. Man hätte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können. Hier kamen auch die an manchen Stellen des Abends doch leicht übereifrig agierenden ersten Soprane angemessen zur Geltung. Der typische orthodoxe Klang des Stücks vertrug deren klagende, etwas kehlige Intonation sehr gut und die Männer verstanden es ausgezeichnet, sich an die tiefe Schwärze des orthodoxen Basklangs heran zu tasten. In seiner Geschlossenheit bildete dieses Stück sicher einen Glanzpunkt des Abends.
Danach wurde es wieder heiterer, es folgte mit "hex Mr. Sunshine" ein weiteres Stimmical. Von der Logik des Ablaufs her nicht ganz einzusehen, es hätte ruhig noch ein bisschen bei der Andacht bleiben können, denn als nächstes Stück gab es nun Anton Bruckners allseits bekanntes "locus iste", das der Chor sehr gefühlvoll und präzise zu musizieren verstand. Bei den durchaus vorgesehenen Forte-Stellen wäre allerdings (zumindest für die Zuhörer auf der Empore) weniger vielleicht mehr gewesen, an manchen Stellen wirkte das Stück ein wenig übertrieben opernhaft. Definitive Stärken zeigte der Chor im Klang und Ausgewogenheit der Piano-Phrasen.
In scharfem Kontrast zu diesem gefühlvollen Werk schloss sich nun wieder ein sehr effektvoller Spiritual an "Shut de do" "Schließ die Tür, sperr den Teufel aus, zünde eine Kerze an, alles ist gut" das sich, mit lautmalerischen Elementen leise beginnend, zu extremer Dramatik steigert und das Publikum dem Applaus nach zu urteilen offenbar einhellig begeisterte.
Zurück ging es zu einem weitren Goteslob Francesco Durames schlichtem "Pleni sunt coeli", das wie auch der Kanon von Thomas Tallis zu Beginn des Konzerts in verschiedenen Besetzungen gesungen wurde, und in dem vor allem der Alt (Michaela Günther, Dörte Jauché, Nathalie Kho, Melanie Krawcyk, Alexandra Scherger, Anette Schrepp, Heike Wegener, Claudia Weinert und Annika Zimmermann) am Anfang einaml ungestört seinen sehr schönen homogenen, warmen und kultivierten Klang entfalten durfte. Auch hier gerieten die Forte-Stellen in vierstimmiger Besetzung etwas zu forte, dafür schienen die Sänger bei diesem Stück mit großer Inbrunst bei der Sache zu sein. Überhaupt ein großes Plus dieses Ensembles: der selbstvergessen engagierte Einsatz aller, vor allem aber der sehr jungen Männerstimmen, die sich hier offenbar wirklich frei singen lernen.
Bei dem anschließenden von dem amerikaner Stephen Hatfield gefällig arrangierten Zulu-Folksong "Sithi jabula Jesu" durfte der Chor wieder zurück zu swingender Leichtigkeit finden, und auch das letzte geistliche Stück "Heavenly Light" von A. Kapylow strahlte deutlich amerikanischen Flair aus. Den Schlusspunkt bildete ein Arrangement des Abba-Songs "Thank you for the music", ein Satz, der Darbietenden und Zuhörenden gleichermaßen aus dem Herzen sprach und dem lang anhaltender tosender Applaus von allen Seiten folgte. Denn schließlich hatte jeder etwas zu feiern: Die Zuhörer die gelungene Premiere eines vielversprechenden Ensembles, sowie dessen Dirigenten Schnitzer, dieser den Chor und sein Publikum, und der Chor wiederum seinen Leiter. Zwei Zugaben noch einmal "Shut de do" und "Heavenly Light" beschlossen diesen höchst abwechslungsreichen Abend.