Sehr geehrter Herr Taulien, Zunächst einmal möchte ich mich sehr herzlich dafür bedanken, dass Sie sich trotz Ferien und Feiertagen Zeit für uns genommen haben. Hiermit möchte ich gerne versuchen, Ihnen Antworten auf Ihre Fragen zu geben. Für das Thema "Sudoku" haben wir uns nach Rücksprache mit unseren Kursteilnehmern und den AK-Leitern entrschieden. Eigentlich wollten wir ein System zum Lösen von Gleichungen erstellen. Unsere AK-Leiter stimmten dann jedoch mit uns überein, dass hierfür unsere Mathematik-Kenntnisse noch nicht ausreichend seien. Wie Sie wissen, haben wir sehr viel Spaß am Programmieren und hielten das Erstellen eines Sudoku-Programmes, das wir als open-source-Programm verfügbar machen wollten, für überschaubar. Einige der von Ihnen gestellten Fragen entstanden natürlich auch bei uns beim Programmieren. Ich habe versucht, sie folgendermaßen zu lösen: Für die Berechenbarkeit der Anzahl aller möglichen Sudokus stelle ich mir folgenden Lösungsansatz vor: Ich gehe dabei von den einzelnen Reihen eines Sudokus aus. Für die erste Reihe gibt es also 9 * 8 * 7 * 6 * 5 * 4 * 3 * 2 * 1 ( = 362 880 = 9!) Kombinationsmöglichkeiten, da es für das erste Kästchen 9 Möglichkeiten gibt, im zweiten Kästchen nur noch 8, da eine Zahl durch das vorherige Kästchen unmöglich gemacht wird, und so weiter. Für die zweite Reihe gibt es dann noch ... Möglichkeiten, da ... . Dies wird fortgesetzt, sodass man auf ein Endergebnis von 9! * ... * ...... ( = ...) kommt. Ob ich dabei allerdings alle möglichen Kombinationen bedacht habe, weiß ich nicht genau. Was die Lösbarkeit von Sudokus angeht, so definiere ich ein Sudoku als "eindeutig lösbar", wenn alle Zahlen durch umliegende Zahlen (auch selbst eingesetzte, d. h. zu Anfang mögen sicher einige Kästchen mehrere Lösungen aufweisen) bestimmt sind. Allerdings macht es - zumindest meiner Meinung nach - gerade den Reiz eines Sudokus aus, dass manche Zahlen nicht eindeutig bestimmt sind, sondern dass sich für sie mehrere Möglichkeiten bieten; und dass man durch logisches Weiterverfolgen eines solchen Falles Unmöglichkeiten ausschließen kann, wobei dieser Fall natürlich auch nicht zu häufig auftreten sollte. Bei unserem Programm wird das Sudoku nach dem Generieren auf solche Fälle geprüft, es wird darauf geachtet, dass nicht zu viele auftreten und dass das Sudoku endgültig nur eine richtige Lösung bietet. Die erforderliche Rechenzeit zunächst einmal beim Generieren eines Sudokus ist verschwindend gering, da der Computer einfach neun Zeilen zufällig erstellen muss, die den Sudoku-Regeln gehorchen und zu den vorherigen passen. Es gibt natürlich Möglichkeiten, bei denen das Sudoku ab einer bestimmten Position keine Möglichkeit mehr bietet, weitere Zahlen einzusetzen, dies kommt aber sehr selten vor und in diesem Fall wird einfach ein neues erstellt. Praktisch gesehen benötigt der Computer damit etwa 0.2 Sekunden für ein Sudoku. Beim Lösen eines Sudokus hängt die erforderliche Rechenzeit natürlich vom Schwierigkeitsgrad, also von der Anzahl und Positionierung der Zahlen ab, zum größten Teil jedoch davon, ob Fälle mit mehreren Lösungsmöglichkeiten (wie oben beschrieben) eintreten, ist aber trotzdem sehr klein, im Durchschnitt etwa eine halbe Sekunde. Das größte Problem könnte für uns allerdings - wie Sie richtig bemerken - sein, dass die Juroren das Thema für "ausgelutscht" halten. Wir hatten gehofft, mir der Programmierleistung überzeugen zu können. Allerdings sind wir nicht so vertraut mit dem ganzen Procedere bei "Jugend forscht". Wir sind froh, wenn Sie uns helfen können, das ganze Thema auf einen guten Weg zu bringen, da inzwischen die Zeit doch recht knapp geworden ist.