F=FChlen in diesem Sinne bedeutet ganz etwas Anderes, =
als von Gef=FChlen beherrscht zu sein. =DCberschie=DFende Emotionen sind =
sozusagen Sekund=E4rgef=FChle, entstanden durch unsere eigenen Gedanken =
(anstelle des urspr=FCnglichen F=FChlens, was eine Art reiner =
Wahrnehmung ist). Zum besseren Verst=E4ndnis ein letztes =
Beispiel: F=FChlen =
heilt
Ich bin grantig auf dich, weil du mein Verhalten kritisiert =
hast. Mein =C4rger beherrscht mich - ein =E4u=DFerst unangenehmer =
Zustand. Deshalb sinne ich unentwegt dar=FCber nach, wie ich diesen =
Zustand =E4ndern kann: Ich k=F6nnte mich r=E4chen und dich auf deine =
eigenen Fehler hinweisen, in der Hoffnung, dass ich mich dann wieder gut =
f=FChle - ich k=F6nnte es =84sch=F6nreden=93, indem ich mir sage, du =
h=E4ttest es ja nicht b=F6se gemeint und =FCberhaupt sei Kritik ja etwas =
Lehrreiches - ich k=F6nnte dich einfach anschreien oder mich betrinken =
oder dorthin auswandern, wo mich niemand mehr kritisiert und mich alle =
so nehmen, wie ich bin=85 Was immer ich auch denke oder tue, w=E4hrend =
ich mich =E4rgere - es geschieht aus einer Art Besessenheit heraus. Ich =
bin besessen von meinem =C4rger.
Der =C4rger bezieht sich in =
Wirklichkeit aber gar nicht auf dich, sondern auf mein eigenes Gef=FChl. =
ICH f=FChle mich n=E4mlich schlecht, schuldig oder minderwertig, wenn =
jemand mich kritisiert. Und dieses Gef=FChl kann und will ich nicht =
f=FChlen, weil ich es unbewusst f=FCr eine Tatsache halte. Das hei=DFt, =
dein Verhalten aktiviert einen meiner negativen Glaubenss=E4tze =FCber =
mich selbst, den ich irgendwann in ferner Vergangenheit (meist Kindheit) =
gepr=E4gt habe. =84Ich bin schlecht.=93 =84Ich bin nichts wert.=93 =85 =
oder =C4hnliches. Das kann und will ich gar nicht f=FChlen, denn es ist =
eine existenzielle Katastrophe, wertlos zu sein.
Wenn ich mir aber bewusst mache, dass ich nicht =
wertlos BIN, sondern mich wertlos F=DCHLE, kann ich mein Herz f=FCr =
dieses Gef=FChl =F6ffnen. Sobald ich es f=FChle, ber=FChrt es mein =
Innerstes, und mein Herz wird reagieren - mit einer Regung von =
Mitgef=FChl, Erbarmen, Respekt, Verst=E4ndnis oder was immer dieses =
Gef=FChl vom Herzen braucht. Jedesmal, wenn so etwas geschieht, =
vollzieht sich eine gro=DFe innere Wandlung. Von jemandem, der unbewusst =
davon =FCberzeugt war, wertlos zu sein, verwandle ich mich in jemanden, =
der sich wertlos f=FChlt und daf=FCr Erbarmen und Verst=E4ndnis hat. Was =
f=FCr ein Unterschied! Man muss ihn erlebt haben, um zu verstehen, dass =
dies der alles entscheidende Unterschied ist in unserer Beziehung zu uns =
selbst, unseren Mitmenschen und unserem Schicksal.
Nun, da mein Herz =
offen ist f=FCr mein eigenes Gef=FChl, ist es auch offen f=FCr andere. =
Jetzt kann ich auch den Menschen wahrnehmen, der den =C4rger in mir =
ausgel=F6st hat; ich kann f=FChlen, wie er sich f=FChlt, ohne eine =
eigene emotionale Reaktion davor zu schieben. Vielleicht war auch der =
Andere, als er mich kritisierte, von irgendeinem =C4rger beherrscht. =
Vielleicht empfand er mein Verhalten ebenfalls herabw=FCrdigend oder =
verurteilend. Vielleicht habe auch ich im Anderen ein Gef=FChl von =
Schlechtigkeit oder Minderwertigkeit ausgel=F6st. Jetzt kann ich auch =
der anderen f=FChlenden Person mein Herz =F6ffnen, ohne dass es mir =
wehtut oder mich sch=E4digt - im Gegenteil, es ber=FChrt mich und ist =
letztlich ein sch=F6nes Erlebnis. Das Erlebnis von Mitgef=FChl und =
Liebe.
F=FChlen heilt. Bewusstes F=FChlen eint uns, bringt unsere =
verschiedenen Schichten zusammen und verschafft uns ein Gef=FChl von =
Ganzheit und Lebendigkeit - und zwar unabh=E4ngig davon, WAS wir f=FChlen =
und WIE wir uns f=FChlen.
<=
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