5270 Content-Type: text/html; charset=windows-1252 Subject: Mime-Version: 1.0 (Apple Message framework v1278) X-Apple-Base-Url: x-msg://451/ X-Universally-Unique-Identifier: 66068796-501f-4d19-ad0b-1f51c8f156f4 X-Apple-Mail-Remote-Attachments: YES From: Monika Schnitzer X-Apple-Windows-Friendly: 1 Date: Mon, 9 Jul 2012 17:40:53 +0200 Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Message-Id: X-Uniform-Type-Identifier: com.apple.mail-draft Content-Length: 4735

F=FChlen in diesem Sinne bedeutet ganz etwas Anderes, = als von Gef=FChlen beherrscht zu sein. =DCberschie=DFende Emotionen sind = sozusagen Sekund=E4rgef=FChle, entstanden durch unsere eigenen Gedanken = (anstelle des urspr=FCnglichen F=FChlens, was eine Art reiner = Wahrnehmung ist). Zum besseren Verst=E4ndnis ein letztes = Beispiel:
Ich bin grantig auf dich, weil du mein Verhalten kritisiert = hast. Mein =C4rger beherrscht mich - ein =E4u=DFerst unangenehmer = Zustand. Deshalb sinne ich unentwegt dar=FCber nach, wie ich diesen = Zustand =E4ndern kann: Ich k=F6nnte mich r=E4chen und dich auf deine = eigenen Fehler hinweisen, in der Hoffnung, dass ich mich dann wieder gut = f=FChle - ich k=F6nnte es =84sch=F6nreden=93, indem ich mir sage, du = h=E4ttest es ja nicht b=F6se gemeint und =FCberhaupt sei Kritik ja etwas = Lehrreiches - ich k=F6nnte dich einfach anschreien oder mich betrinken = oder dorthin auswandern, wo mich niemand mehr kritisiert und mich alle = so nehmen, wie ich bin=85 Was immer ich auch denke oder tue, w=E4hrend = ich mich =E4rgere - es geschieht aus einer Art Besessenheit heraus. Ich = bin besessen von meinem =C4rger. 
Der =C4rger bezieht sich in = Wirklichkeit aber gar nicht auf dich, sondern auf mein eigenes Gef=FChl. = ICH f=FChle mich n=E4mlich schlecht, schuldig oder minderwertig, wenn = jemand mich kritisiert. Und dieses Gef=FChl kann und will ich nicht = f=FChlen, weil ich es unbewusst f=FCr eine Tatsache halte. Das hei=DFt, = dein Verhalten aktiviert einen meiner negativen Glaubenss=E4tze =FCber = mich selbst, den ich irgendwann in ferner Vergangenheit (meist Kindheit) = gepr=E4gt habe. =84Ich bin schlecht.=93 =84Ich bin nichts wert.=93 =85 = oder =C4hnliches. Das kann und will ich gar nicht f=FChlen, denn es ist = eine existenzielle Katastrophe, wertlos zu sein.

F=FChlen = heilt
Wenn ich mir aber bewusst mache, dass ich nicht = wertlos BIN, sondern mich wertlos F=DCHLE, kann ich mein Herz f=FCr = dieses Gef=FChl =F6ffnen. Sobald ich es f=FChle, ber=FChrt es mein = Innerstes, und mein Herz wird reagieren - mit einer Regung von = Mitgef=FChl, Erbarmen, Respekt, Verst=E4ndnis oder was immer dieses = Gef=FChl vom Herzen braucht. Jedesmal, wenn so etwas geschieht, = vollzieht sich eine gro=DFe innere Wandlung. Von jemandem, der unbewusst = davon =FCberzeugt war, wertlos zu sein, verwandle ich mich in jemanden, = der sich wertlos f=FChlt und daf=FCr Erbarmen und Verst=E4ndnis hat. Was = f=FCr ein Unterschied! Man muss ihn erlebt haben, um zu verstehen, dass = dies der alles entscheidende Unterschied ist in unserer Beziehung zu uns = selbst, unseren Mitmenschen und unserem Schicksal.
Nun, da mein Herz = offen ist f=FCr mein eigenes Gef=FChl, ist es auch offen f=FCr andere. = Jetzt kann ich auch den Menschen wahrnehmen, der den =C4rger in mir = ausgel=F6st hat; ich kann f=FChlen, wie er sich f=FChlt, ohne eine = eigene emotionale Reaktion davor zu schieben. Vielleicht war auch der = Andere, als er mich kritisierte, von irgendeinem =C4rger beherrscht. = Vielleicht empfand er mein Verhalten ebenfalls herabw=FCrdigend oder = verurteilend. Vielleicht habe auch ich im Anderen ein Gef=FChl von = Schlechtigkeit oder Minderwertigkeit ausgel=F6st. Jetzt kann ich auch = der anderen f=FChlenden Person mein Herz =F6ffnen, ohne dass es mir = wehtut oder mich sch=E4digt - im Gegenteil, es ber=FChrt mich und ist = letztlich ein sch=F6nes Erlebnis. Das Erlebnis von Mitgef=FChl und = Liebe.
F=FChlen heilt. Bewusstes F=FChlen eint uns, bringt unsere = verschiedenen Schichten zusammen und verschafft uns ein Gef=FChl von = Ganzheit und Lebendigkeit - und zwar unabh=E4ngig davon, WAS wir f=FChlen = und WIE wir uns f=FChlen.

 

 


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